
Nur Othmane El Goumri war beim 40. Haspa Marathon Hamburg schneller als Samuel Fitwi, während Brillian Kipkoech das Rennen mit einem sensationellen Streckenrekord krönte. Zum ersten Mal in der Geschichte des größten und hochklassigsten deutschen Marathons im Frühjahr gab es einen marokkanischen Sieger: Othmane El Goumri gewann mit einem Landesrekord von 2:04:24 Stunden und erreichte die drittschnellste Siegzeit in der Hamburger Marathon-Historie. Auch der zweitplatzierte Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) produzierte ein außergewöhnliches Ergebnis: Als erster deutscher Läufer seit Carsten Eich, der 1999 ebenfalls Zweiter war, erreichte er einen Podest-Platz im Hamburger Männerrennen. Bei perfekten Wetterbedingungen rannte Samuel Fitwi mit 2:04:45 eine persönliche Bestzeit, die zweitschnellste je gelaufene Zeit eines deutschen Athleten und eine deutsche Jahresbestzeit. Dritter wurde der Kenianer Kennedy Kimutai in 2:04:56. Ein hervorragendes Debüt lief Aaron Bienenfeld (Düsseldorf Athletics), der auf Platz 16 nach 2:08:47 im Ziel war. Nie zuvor war ein deutscher Läufer in seinem ersten Marathon schneller.
Die größte Überraschung im Eliterennen gelang Brillian Kipkoech: Die Kenianerin stürmte zu einem 2:17:05-Streckenrekord und verbesserte ihre persönliche Bestzeit um fast sieben Minuten. Ihre favorisierte Landsfrau Rebecca Tanui wurde Zweite mit 2:18:25 vor der Äthiopierin Kasanesh Ayenew, die nach 2:19:39 im Ziel war. Schnellste deutsche Läuferin war Tabea Themann (Hamburg Running) auf Rang acht in 2:30:32.
Die Rekordzahl von 20.000 Marathonläufern hatte sich für die 40. Auflage des Haspa Marathon Hamburg angemeldet. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, registrierten die Veranstalter für das Jubiläumsrennen sogar 46.000 Meldungen. Auch das ist eine Rekordzahl.
Nach einem verhaltenen Beginn wurde das Tempo im Rennen der Männer nach der 5-km-Marke deutlich schneller. Dabei blieb eine sehr große Gruppe von rund 20 Läufern außergewöhnlich lange zusammen. Zunächst wurde die Halbmarathon-Marke nach 62:04 Minuten, dann ging es in 1:28:35 Stunden über den 30-km-Punkt. Gut 20 Läufer waren hier auf Kurs für eine Zielzeit von unter 2:05:00 Stunden. Es wurde nicht der Tag des zweimaligen Hamburg-Siegers Bernard Koech. Der Kenianer litt unter muskulären Problemen, fiel zurück und lief schließlich mit 2:08:10 auf Rang 15.
Nach einem ersten Vorstoß des Äthiopiers Hunde Lechisa rund sieben Kilometer vor dem Ziel kamen Othmane El Goumri, Samuel Fitwi und Kennedy Kimutai wieder heran und überholten Lechisa. El Goumri setzte sich dann rund zwei Kilometer vor dem Ziel entscheidend ab, während Samuel Fitwi den Kampf um Platz zwei gewann. Dass am Ende gleich zehn Läufer unter 2:06:00 Stunden blieben, zeigt die starke Qualität, die das Männerfeld hatte.
„Es war mein Ziel, das Rennen zu gewinnen. Eigentlich wollte ich noch etwas schneller laufen, aber ich freue mich über den marokkanischen Rekord“, sagte der 33-jährige Othmane El Goumri, der seinen bisherigen nationalen Rekord von 2:05:12 vor drei Jahren in Barcelona aufgestellt hatte.
„Es war ein perfektes Rennen. Ich bin sehr glücklich, dass ich meine Ziele, einen Podiums-Platz und eine persönliche Bestzeit, erreicht habe. Die Strecke ist wirklich sehr schnell und die Stimmung war super“, sagte Samuel Fitwi, der bisher eine Bestzeit von 2:04:56 hatte und sich um elf Sekunden verbesserte.
Im Rennen der Frauen bildete sich zunächst eine sechsköpfige Spitzengruppe, die ebenfalls nach und nach immer schneller wurde. An der Halbmarathonmarke waren die Kenianerinnen Brillian Kipkoech, die mit einer Bestzeit von 2:23:56 ins Rennen gegangen war, Rebecca Tanui und Marion Kibor mit einer Zwischenzeit von 68:42 Minuten unter sich. Schon kurze Zeit später setzte sich Brillian Kipkoech ab und baute ihren Vorsprung entscheidend aus. „Ich hätte nie gedacht, dass ich den Streckenrekord brechen könnte. Mein Ziel war, meine persönliche Bestzeit deutlich zu unterbieten“, sagte Brillian Kipkoech, die mit ihrer Siegzeit von 2:17:05 die vier Jahre alte Kursbestzeit von Yalemzerf Yehualaw (Äthiopien/2:17:23) um 18 Sekunden verbesserte.
Ergebnisse, Männer:
1. Othmane El Goumri MAR 2:04:24
2. Samuel Fitwi GER 2:04:45
3. Kennedy Kimutai KEN 2:04:56
4. Hunde Lechisa ETH 2:05:01
5. Taresa Tolosa ETH 2:05:17
6. Mohamed El Aaraby MAR 2:05:18
7. Ablelom Kesete ERI 2:05:21
8. Belay Tilahun ETH 2:05:22
9. Tsedat Abeje ETH 2:05:47
10. Balew Yihunle ETH 2.05:57
16. Aaron Bienenfeld GER 2:08:47
Frauen:
1. Brillian Kipkoech KEN 2:17:05
2. Rebecca Tanui KEN 2:18:25
3. Kasanesh Ayenew ETH 2:19:39
4. Marion Kibor KEN 2:21:12
5. Lomi Muleta ETH 2:24:39
6. Selamawit Teferi ISR 2:26:58
7. Aselef Amare ETH 2:28:47
8. Tabea Themann GER 2:30:32
9. Tsiyon Abebe ETH 2:32:37
10. Manon Coste FRA 2:33:02



