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Bernard Koech markiert neuenStreckenrekord – Dorcas Tuitoek läuft zweitschnellste Hamburg-Zeit

By 23. April 2023April 26th, 2023Allgemein

Mit einem Streckenrekord von 2:04:09 hat der Kenianer Bernard Koech den Haspa Marathon Hamburg gewonnen, während der Europameister Richard Ringer (LC Rehlingen) mit einem starken sechsten Platz als bester kontinentaler Läufer für das deutsche Highlight sorgte. Mit seiner Zeit von 2:08:08 blieb Ringer knapp unter der Olympianorm für die Spiele 2024 in Paris und wurde in Hamburg zum zweitschnellsten deutschen Läufer aller Zeiten. Zweiter wurdeJoshua Belet (Kenia) mit einer Zeit von 2:04:33, Platz Drei sicherte sich mit Martin Kosgei in 2:06:18 ein weiterer Kenianer.

Bei den Frauen siegte die Kenianerin Dorcas Tuitoek in hochklassigen 2:20:09, der zweitschnellsten je in Hamburg gelaufenen Zeit. Zweite wurde die lange führende Tiruye Mesfin (Äthiopien) in 2:20:18. Auf den dritten Platz lief Stella Chesang aus Uganda. Sie erreichte mit 2:20:23 ein sehr gutes Debüt und stellte auf Anhieb einen Landesrekord auf. Überraschend stark lief Fabienne Königstein (MTG Mannheim), die als Achte mit 2:25:48 ihre persönliche Bestzeit deutlich unterbot, unter der Olympianorm blieb und eine deutsche Jahresbestzeit aufstellte.

Knapp 12.000 Läuferinnen und Läufer hatten sich für den Marathonwettbewerb am Sonntag angemeldet. Die Wettbewerbe Halbmarathon, Marathon Staffel sowie den Nachwuchslauf Das Zehntel am Vortag hinzugerechnet, waren am Wochenende gut 30.000 Aktive registriert. „Wir haben das letzte Jahr sogar noch getoppt. Es herrschten optimale Bedingungen und trotz eines vergleichsweise etwas dünneren Elitefeldes haben wir nun einen Streckenrekord –ich bin ehrlich gesagt, überrascht und sehr erfreut“, sagte Chef-Organisator Frank Thaleiser.

Bei fast optimalen Temperaturen um die 12 Grad Celsius zeichnete sich bei den Männern schon zu Beginn ein spannendes Rennen ab. Nach dem Start bildete sich eine Spitzengruppe von insgesamt 13 Läufern, die in der Form bis einschließlich Kilometer 27 zusammenblieb. Die Halbmarathon-Marke war nach 62:32Minutenpassiert, was zu diesem Zeitpunkt noch etwas zu langsam war für einen Streckenrekord. Ab Kilometer 27 erhöhte sich das Tempo in der Spitzengruppe jedoch deutlich und die drei Kenianer Bernard Koech, Martin Kosgei und Joshua Belet konnten sich aus der Gruppe lösen und absetzen. Kurz vor Kilometer 35 (1:42:55) fiel Martin Kosgei zurück. Kurz danach fiel dann eine Vorentscheidung, als Bernard Koech seinen Landsmann Joshua Belet hinter sichließ. Fortan lief er im Alleingang in Richtung Ziellinie. Mit einer starken Zeit von 2:04:09 gewann der KenianerKoech den Haspa Marathon Hamburg 2023 und verbesserte damit den bisherigen Streckenrekord, den erst im letzten Jahr Cybrian Kotut (Kenia) mit 2:04:47 aufgestellt hatte, um 38 Sekunden. Der 35-jährige Sieger stellte damit exakt seine persönliche Bestzeit ein. Zweiter wurde Joshua Belet der in 2:04:33 ebenfalls noch unter dem bisherigen Kursrekord blieb. Auf Platz drei lief sein Landsmann Martin Kosgei nach 2:06:18 ins Ziel. Der mitfavorisierte Daniel do Nascimento (Brasilien) erreichte Platz vier mit 2:07:06. „Ich bin ein gutes Rennen gerannt, wusste aber auch, dass ich meine persönliche Bestzeit wohl unterbieten muss, um zu gewinnen “, sagte Bernard Koech. „Ich habe vor dem Rennen oft mit Eluid Kipchoge gesprochen und er hat mir Tipps zur Strecke gegeben“, sagte der Kenianer. Kipchoge hatte in Hamburg 2013 seinen Debüt-Marathon gewonnen.

Auch in seinem fünften Marathon zeigte Richard Ringer eine überzeugende Leistung und lief als Sechster ein weiteres solides Rennen. Mit seiner Zeit von 2:08:08 steigerte er sich um 41 Sekunden und blieb zwei Sekunden unter der internationalen Olympia-Norm. In der ewigen nationalen Rangliste steht nur der deutsche Rekordler Amanal Petros (SCC Berlin/2:06:27) vor ihm. Richard Ringer lief lange eher defensiver ein gutes Stück hinter der Spitzengruppe mit und konnte nach einer Halbmarathonzeit von 64:05 Minuten sein Tempo in der zweiten Hälfte des Rennens halten. Hingegen war Haftom Welday (Hamburger Laufladen) sehr mutig, vielleicht auch etwas übermotiviert in der Spitzengruppe mitgelaufen. Seine Zwischenzeiten lagen dadurch lange deutlich unter dem deutschen Rekord. Doch Welday konnte dieses Tempo nicht halten und brach rund zehn Kilometer vor dem Ziel ein. Nachdem ihn Richard Ringer zwei Kilometer vor dem Ziel überholt hatte, belegte er am Ende in 2:09:40 Rang acht. „Das Rennen lief für mich genau nach Plan. Mein Pacemaker hat seinen Job sehr gut gemacht“, sagte Richard Ringer. „Am Ende hatte ich fast das gleiche Gefühl wie bei der EM.“

Im Rennen der Frauen setzte sich die favorisierte Tiruye Mesfin (Äthiopien) wie erwartet schon frühzeitig ab. Mit einer Halbmarathonzeit von 69:46 blieb sie allerdings unter den eigenen Erwartungen. Ihr Ziel war ursprünglich ein Angriff auf den angekündigt und lag bereits klar außerhalb des Streckenrekordes von 2:17:23. Bis Kilometer 35 konnte Tiruye Mesfin ihren Vorsprung auf eine vierköpfige Gruppe auf knapp eine Minute ausbauen. Zu diesem Zeitpunkt sah es danachaus, als ob die Äthiopierin das Rennen souverän gewinnen würde, doch sie brach ein und stürzte dann auch noch auf dem letzten Kilometer. 300 Meter vor dem Ziel lief die Kenianerin Dorcas Tuitoek an ihr vorbei und gewann mit einer persönlichen Bestzeit von 2:20:09. Tiruye Mesfin (2:20:18) wurde schließlich Zweite, Stella Chesang (2:20:23) folgte auf Platz Drei. „Die Strecke ist flach und gut für Rekorde. Ich dachte, ich könnte hier 2:20 laufen, war aber überrascht, dass ich gewonnen habe“, sagte Dorcas Tuitoek im Anschluss. Für eine Überraschung sorgte Fabienne Königstein (MTG Mannheim), die als Achte mit 2:25:48 ihre bisherige persönliche Bestzeit (2:32:35) um fast sieben Minuten verbesserte. Nach einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:12:41 konnte sie ihr Tempo fast halten. Königstein, die nach einer Babypause ihren ersten Marathon seit 2018 lief, ist nunmehr die sechstschnellste deutsche Läuferin aller Zeiten. „Ich bin das Rennen so mutig wie möglich angegangen, denn das ist mein Laufstil. Ich hatte für dieses Rennen kaum Marathon-Vorbereitung, wodurch natürlich die Erwartungshaltung in Zukunft noch größer werden wird“, sagte die 30-Jährige. „Es ist besser gelaufen, als ich mir je erträumt hatte. “

Im Jedermannrennen waren mit Zielschluss 8.700 Marathonläuferinnen und Läufer sowie 5.900 Staffelteilnehmerinnen und -teilnehmer über die Ziellinie gelaufen. Zuvor hatten knapp 3.600 Halbmarathonläuferinnen und -läufer den Halbmarathon erfolgreich beendet.

Am Montag, 24. April startet die Online-Anmeldung zum 38. Haspa Marathon Hamburg.

Der Termin hierfür datiert auf den 28. April 2024.