
Mit breitensportlichen Rekordzahlen und Eliteläufer:innen, die hochklassige Zeiten anpeilen, sowie günstigen Wetterprognosen zeichnet sich ein außerordentliches Jubiläumsrennen beim Haspa Marathon Hamburg ab. Für die verschiedenen Wettbewerbe der 40. Auflage des Rennens haben sich insgesamt rund 46.000 Athlet:innen angemeldet – so viele wie nie zuvor. Darunter ist die Rekordzahl von 20.000 Marathonläufer:innen. Für den mit Abstand größten und schnellsten deutschen Frühjahrs-Marathon, der am Sonntag eine Stunde früher als zuletzt um 8.30 Uhr gestartet wird, wurde wieder ein sehr starkes internationales Feld verpflichtet. Die Kenianer Bernard Koech und Rebecca Tanui führen mit Bestzeiten von 2:04:09 beziehungsweise 2:21:06 Stunden die Startlisten an. Koech will das Rennen zum dritten Mal gewinnen und peilt eine Zeit von unter 2:04:00 an, während Tanui unter 2:20:00 laufen möchte. Zudem könnte mit Samuel Fitwi ein deutscher Läufer sehr weit vorne mitmischen.
„Der Haspa Marathon Hamburg ist das größte Sportereignis der Stadt und mit Blick auf eine Olympiabewerbung ein wichtiger Baustein. Es gibt eine sehr enge Partnerschaft zwischen dem Rennen und der Stadt“, sagte der Hamburger Sportsenator Andy Grote. „Wir haben uns sowohl spitzen- als auch breitensportlich sehr stark entwickelt. Die Startplätze waren schnell ausverkauft, und es sind insgesamt 9.000 Anmeldungen mehr als noch im Vorjahr“, sagte der Chef-Organisator des Haspa Marathon Hamburg, Frank Thaleiser.
Bezogen auf die Entwicklung der Eliterennen machte der Haspa Marathon Hamburg in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung. Diese gipfelte 2025 darin, dass das Rennen im Ranking der stärksten Marathonläufe der Welt von „World Athletics“ Platz sechs erreichte und damit sogar noch vor Berlin lag. Mit 2:03:46 und 2:17:23 Stunden gehören die Hamburger Streckenrekorde zu den schnellsten der Welt. Auch am Sonntag ist ein hochklassiges Rennen zu erwarten. „Es war dieses Mal aufgrund von Visa-Problemen eine echte Herausforderung, das Elitefeld zusammenzustellen. Leider haben wir einige Top-Läuferinnen verloren. Vor einigen Wochen sah es noch so aus, als hätten wir ein Weltklasse-Feld. Aber wir haben immer noch ein super Feld“, sagte Chef-Organisator Frank Thaleiser.
Das Rennen der Männer
Das Männer-Feld ist erneut sehr stark besetzt. Sechs Läufer gehen mit Bestzeiten von unter 2:06:00 Stunden ins Rennen, sechs weitere sind bereits unter 2:07 gelaufen. Bernard Koech kehrt zu seinem Lieblings-Marathon zurück, den er zweimal gewonnen hat: Vor drei Jahren stellte er hier mit 2:04:09 seinen persönlichen Rekord ein, und 2024 gewann er mit 2:04:24. Jetzt möchte er auch bei seinem dritten Hamburg-Start als Sieger ins Ziel laufen. „Ich freue mich sehr und bin dankbar, dass ich wieder in Hamburg an den Start gehen kann. Ich habe gut trainiert“, sagte Bernard Koech, der auch seine persönliche Bestzeit angreifen möchte. Die Tempomacher sollen die erste Hälfte des Rennens in 62:00 Minuten laufen.
Zu den Rivalen von Bernard Koech zählen Gashau Ayale und Abdisa Tola. Ayale stammt aus Äthiopien und startet für Israel. Vor eineinhalb Jahren lief er seine Bestzeit von 2:04:53 in Valencia, 2025 war er EM-Zweiter im Marathon. Abdisa Tola ist der Bruder des aktuellen Marathon-Olympiasiegers Tamirat Tola. Er gewann sein Marathon-Debüt in Dubai 2023 mit 2:05:42.
Mit Kennedy Kimutai ist kurzfristig noch ein Trainingspartner und Freund von Bernard Koech ins Hamburger Elitefeld gerückt, der ebenfalls zu den Favoriten zu zählen ist. Der 26-Jährige, der eine Bestzeit von 2:05:27 aufweist, sollte eigentlich am vergangenen Montag den Boston-Marathon laufen. Doch aufgrund von Visa-Problemen startet er nun in Hamburg. „Wir werden uns im Rennen sicherlich gegenseitig unterstützen“, sagte Kennedy Kimutai.
Zum ersten Mal wird Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) in Hamburg starten. Der zweitschnellste deutsche Läufer aller Zeiten, der mit 2:04:56 Stunden zeitweilig auch der nationale Rekordhalter war, hat sich rund drei Monate lang in Addis Abeba auf den Haspa Marathon Hamburg vorbereitet. „Ich konnte in Äthiopien gut trainieren und will versuchen, meine Bestzeit zu unterbieten – zumindest hoffe ich auf eine Zeit im Bereich von 2:05 Stunden. Ich werde auf versuchen, einen Platz auf dem Podium zu erreichen“, sagte Samuel Fitwi. Gelingt dem 30-Jährigen tatsächlich eine Top-Drei-Platzierung wäre dies ein sehr seltener Erfolg für einen deutschen Läufer in Hamburg. Im Männer-Rennen schaffte zuletzt Carsten Eich 1999 als Zweiter den Sprung auf das Podest.
Sein Marathon-Debüt läuft Aaron Bienenfeld (Düsseldorf Athletics), der sich im Januar in Houston im Halbmarathon auf 61:15 Minuten verbessert hatte. „Ich wollte immer in Deutschland mein Marathon-Debüt laufen. Ich weiß, dass die Strecke in Hamburg schnell ist“, sagte der 28-Jährige, der in den USA lebt. Bienenfeld will sich beim Debüt nicht zurückhalten und möchte mit einer geplanten 64:00-Halbmarathon-Zwischenzeit ein 2:08:00-Stunden-Tempo einschlagen.
Das Rennen der Frauen
Mit ihrer Bestzeit von 2:21:08 Stunden führt Rebecca Tanui (Kenia) das Frauen-Elitefeld an. Hier mussten die Veranstalter kurzfristig eine Reihe von hochkarätigen Absagen hinnehmen. Darunter war auch die Äthiopierin Tigist Ketema (Bestzeit: 2:16:07), die verletzt ausfiel.
„Mein Ziel ist es zu gewinnen und eine persönliche Bestzeit laufen“, sagte die 33-jährige Rebecca Tanui, deren persönlicher Rekord bei 2:21:08 Stunden steht. Sie zeigte zuletzt außerordentliche Konstanz im Marathon und gewann drei ihrer fünf Rennen: Venedig in 2023, Kosice in 2024 und Mersin (Türkei) im vergangenen Dezember. „Ich möchte in Hamburg gerne zum ersten Mal unter 2:20:00 laufen und bin optimistisch, dass es klappt.“
Drei Läuferinnen mit Bestzeiten von unter 2:23:00 sind ihre voraussichtlich stärksten Konkurrentinnen: Kasanesh Baze (2:22:06), Muluhabt Tsega (beide Äthiopien/2:22:21) und Marion Kibor (Kenia), die ihre Bestzeit von 2:22:35 vor drei Jahren als Fünfte in Hamburg gelaufen war. „Ich plane, mit der Spitzengruppe mitzulaufen und will versuchen, eine Zeit von unter 2:20:00 zu erreichen“, sagte Marion Kibor.
Elite-Läufer:innen mit persönlichen Bestzeiten
MÄNNER:
Bernard Koech KEN 2:04:09
Gashau Ayale ISR 2:04:53
Samuel Fitwi GER 2:04:56
Othmane El Goumri MAR 2:05:12
Kennedy Kimutai KEN 2:05:25
Abdisa Tola ETH 2:05:42
Tsedat Ayana ETH 2:06:18
Balew Yihunle ETH 2:06:22
Felix Kibitok KEN 2:06:28
Shumi Dechasa BRN 2:06:43
Mohamed El Aaraby MAR 2:06:45
Belay Bezabeh ETH 2:06:58
Taresa Tolosa ETH 2:07:01
Vincent Nyageo KEN Debüt
Aaron Bienenfeld GER Debüt
FRAUEN:
Rebecca Tanui KEN 2:21:08
Kasanesh Baze ETH 2:22:06
Muluhabt Tsega ETH 2:22:21
Marion Kibor KEN 2:22:35
Brillian Kipkoech KEN 2:23:56
Mercy Kwambai KEN 2:23:58
Manon Coste FRA 2:32:46
Vibeke Jensen NOR 2:34:22
Aselef Amare ETH Debüt
Selamawit Teferi ETH Debüt



